Todespolka
Ein interessanter Thriller kommt mit Todespolka in die Kinos. Die Österreichische Produktion ist sicherlich ein Underdog im Vergleich zum Rest, weiß aber schon jetzt zu überzeugen und wird sicherlich einige Unentschlossene umstimmen können. Regisseur Michael Pfeifenberger, der wohl eher in seiner Heimat Österreich bekannt ist, schafft einen gar nicht mal so schlechten Thriller mit vielen dramatischen Elementen, so dass der Film auch eher als Drama durchgehen könnte. Ein gekonnter Genremix aus Österreich findet nicht oft den Weg ins deutsche Kino. Nur was kann der Film letztendlich und kann er auch das kritische deutsche Publikum überzeugen? Die Antwort ist ja, aber mit Abstrichen.
Im Film erlangt die Bürgerpartei allen politischen Mächte. Man tritt sofort aus der EU aus und bekommt den Schilling ebenfalls wieder zurück. Alle Macht liegt demnach beim Volk. Dabei ist die Populistin Sieglinde Führer aktiv am mitwirken und verbreitet Hass und Gewalt mit ihrer äußerst intoleranten Art und Weise Publik zu machen. Wer hier Parallelen zum Hitler Regime sieht, liegt genau richtig. Hier wird eindeutig gezeigt, dass ein zweites Deutsches Reich schnell und klamm heimlich an die Macht kommen kann, auch wenn alle Leute dies doch deutlich abstreiten. Wie damals ist die Zeit gekommen, wo man wenig gegen den eigenen Staat sagen darf. Leute, die sich dagegen auflehnen leben gefährlich und müssen um ihr Leben bangen. Niemand kann sich in diesem vom Hass geprägten Staat sicher fühlen. So auch die beiden Studenten, die eben meinen, dass man nichts zu befürchten hat, so lang man sich nichts zu Schulden kommen lässt. Doch können sie sich dabei überhaupt noch sicher sein? Wohl eher nicht, denn Sieglinde ruft kompromisslos zur absoluten Übernahme auf, die mit Sicherheit nicht mehr friedlich abläuft.
Todespolka ist ein überraschend guter Film aus Österreich, der einige kontroverse Parallelen zur damaligen NS Zeit aufzeigt und als Warnzeichen fungiert.

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